29. September 2017 Tilo Hellmann

Ein Wahlkampf voller Höhen und eine Wahl mit Tiefen!

„Was soll man zum Ausgang der Wahl sagen?“ - das schrieb ich kurz nach dem Ergebnis auf meiner facebook-Seite und auch heute fällt es mir nach wie vor schwer, die Wahl einzuordnen. Hier gibt es kein Schwarz und kein Weiß sondern Licht und Schatten gehen fließend ineinander über.

Zuerst zum Licht! Wir haben einen tollen Wahlkampf mit vielen großen und kleinen Höhepunkten hingelegt. Sehr viele unserer GenossInnen haben sich nach ihren Möglichkeiten persönlich oder finanziell eingebracht. Es ist uns gelungen, neue Mitglieder zu gewinnen und auch SympathisantInnen für uns zu begeistern. Die Rückmeldungen der Menschen bei unseren Infoständen und Aktionen waren bis auf wenige Ausnahmen positiv und selbst Unentschlossene konnten wir mit unseren Argumenten überzeugen. Bereits im März starteten wir in Kreis und Land mit der organisatorischen Vorbereitung der Bundestagswahl. Im Rahmen unserer Pflegetour im April und ebenso intensiv in den Folgemonaten stellten wir uns den Fragen bei unserer Straßencafés und Infoständen. Der erste große Höhepunkt erwartete uns dann im Mai mit dem Besuch Sahra Wagenknechts in Meißen. Es folgten zahlreiche Podiumsdiskussionen und öffentliche Termine. Die Zeit des Wahlkampfes nutzen wir aber auch um mit lokalen AkteurInnen aus Verwaltung, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft ins Gespräch zu kommen, oft mit der Rückmeldung, dass ich der erste Kandidat wäre, der sich gemeldet hätte. Wir gingen aber auch mal neue Wege, um im öffentlichen Raum wahrgenommen zu werden. So machten wir u.a. eine Wahlkampfradtour durchs Elbland und gingen mit den jungen Menschen der linksjugend [‘solid] mit Fahnen bewaffnet auf der Elbe paddeln. Den Abschluss markierte dann die Trucktour in Meißen u.a. mit Katja Kipping.

Tief im Schatten liegt aus sächsischer und auch Meißner Sicht das Ergebnis der Wahl. Unser Abschneiden in Sachsen und der Erfolg der AfD können uns trotz des bundesweiten Zugewinns und der Erlangung eines Direktmandats in Leipzig nicht glücklich stimmen. Viele Menschen sind unzufrieden mit ihrer eigenen Lebenssituation, sahen jedoch in uns keine Partei, mit der man es den Herrschenden mal so richtig heimzahlen kann. Es ist zwar schön, dass die LINKE als ernste politische Kraft gesehen wird, jedoch müssen wir damit auch akzeptieren, dass uns ein gewisses Protestpotenzial verloren geht. Wir haben hier alle sowohl auf kommunaler, Landes- und Bundesebene viel zu tun, die AfD konstruktiv zu entzaubern und den Menschen zu beweisen, dass wir die Kraft sind, die für soziale Gerechtigkeit und ein friedliches Miteinander steht.

Tilo Hellmann

Kategorien: Kreisverband Meißen, Bundestagswahl 2017

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